Abtreibungsbefürworter stören angemeldete Demonstration der Abtreibungsgegner
Geschrieben von Markus in UnterwegsEher zufällig stieß ich gestern Nachmittag in Münster am Aegidikirchplatz auf eine Demonstration von Abtreibungsgegnern. Jeweils mit einem weißen Kreuz bestückt und mit dem Banner “1000 Ungeborene jeden Tag” wollten sich die Abtreibungsgegner auf den Weg durch die Stadt machen.
Doch schon zu Beginn der angemeldeten Demonstration wurden die Gruppe von ca. hundert, teilweise vermummten Abtreibungsbefürwortern am Weitergehen gehindert. Laut Polizeidurchsagen wurde der Versammlungsleiter der Abtreibungsgegner eingezingelt und erst nach Androhung von Zwangsmaßnahmen wieder freigelassen.
Die Abtreibungsbefürworter provozierten mit Rufen wie “Hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben” während aufgeblasene Kondome durch die regnerische Luft schwirrten. Die Gegenseite sprach Gebete und sang religiöse Lieder durch die mobilen Lautsprecher.
Ein mutiges, homosexuelles Pärchen stellte sich im weiteren Verlauf genau vor die Abtreibungsgegner und küsste sich über einen längeren Zeitraum hinweg.
Da die Gegendemonstration nicht angemeldet war und die Befürworter den Weg versperrten, kesselten die Polizei die Gruppe nach dreimaliger Vorwarnung ein, sodass die Träger der weißen Kreuze passieren konnten.
Anschließend liefen die Abtreibungsgegner mit ihren Kreuzen durch Münsters Innenstadt, sangen religiöse Texte, wurden aber auch mehrmals von Befürwortern gestört, die ebenfalls von der Polizei entfernt werden mussten.
Gegen Ende der Demonstration warfen die Abtreibungsgegner Rosen in die Münstersche Aa und riefen dabei fiktive Namen von potenziell (oder bereits abgetriebenen?) abgetriebenen Kindern.
Mir persönlich taten besonders die Kinder, die bei den Abtreibungsgegnern mitliefen, ständig Kreuzzeichen machten, Gebete sprachen und religiöse Lieder sangen leid.
Sie hatten nicht die Möglichkeit, ihren Glauben frei zu wählen oder sich sogar gegen einen Glauben zu entscheiden. Sie machten nur das nach, was ihre Eltern ihnen von Geburt an einpredigten. Wahrscheinlich wussten sie noch nicht einmal, wofür sie da gerade demonstrierten und weshalb es Menschen gab, die ihre Eltern von der Seite, für ihren Glauben und ihre Ansichten, beschimpften.
Auch wenn ich eine gewaltsame Lösung und selbst die Demonstrationsblockade für kein geeignetes Mittel halte, zeigte die Notwendigkeit des großen Polizeiaufgebots doch, dass es Menschen in Deutschland gibt, die einige radikal christliche Ansichten nicht teilen und sich auch dafür einsetzen, dass diese in unserer Gesellschaft nicht als selbstverständlich angesehen werden.








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