Polizeiaufgebot Demonstranten

Eher zufällig stieß ich gestern Nachmittag in Münster am Aegidikirchplatz auf eine Demonstration von Abtreibungsgegnern. Jeweils mit einem weißen Kreuz bestückt und mit dem Banner “1000 Ungeborene jeden Tag” wollten sich die Abtreibungsgegner auf den Weg durch die Stadt machen.

Kreuzträger

Doch schon zu Beginn der angemeldeten Demonstration wurden die Gruppe von ca. hundert, teilweise vermummten Abtreibungsbefürwortern am Weitergehen gehindert. Laut Polizeidurchsagen wurde der Versammlungsleiter der Abtreibungsgegner eingezingelt und erst nach Androhung von Zwangsmaßnahmen wieder freigelassen.

Die Abtreibungsbefürworter provozierten mit Rufen wie “Hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben” während aufgeblasene Kondome durch die regnerische Luft schwirrten. Die Gegenseite sprach Gebete und sang religiöse Lieder durch die mobilen Lautsprecher.

Homosexuelle Küsse

Ein mutiges, homosexuelles Pärchen stellte sich im weiteren Verlauf genau vor die Abtreibungsgegner und küsste sich über einen längeren Zeitraum hinweg.

Polizei - Menschen werden festgehalten

Da die Gegendemonstration nicht angemeldet war und die Befürworter den Weg versperrten, kesselten die Polizei die Gruppe nach dreimaliger Vorwarnung ein, sodass die Träger der weißen Kreuze passieren konnten.

Münster Kreuze

Anschließend liefen die Abtreibungsgegner mit ihren Kreuzen durch Münsters Innenstadt, sangen religiöse Texte, wurden aber auch mehrmals von Befürwortern gestört, die ebenfalls von der Polizei entfernt werden mussten.

Menschen knien sich hin

Gegen Ende der Demonstration warfen die Abtreibungsgegner Rosen in die Münstersche Aa und riefen dabei fiktive Namen von potenziell (oder bereits abgetriebenen?) abgetriebenen Kindern.

Mir persönlich taten besonders die Kinder, die bei den Abtreibungsgegnern  mitliefen, ständig Kreuzzeichen machten, Gebete sprachen und religiöse Lieder sangen leid.
Sie hatten nicht die Möglichkeit, ihren Glauben frei zu wählen oder sich sogar gegen einen Glauben zu entscheiden. Sie machten nur das nach, was ihre Eltern ihnen von Geburt an einpredigten. Wahrscheinlich wussten sie noch nicht einmal, wofür sie da gerade demonstrierten und weshalb es Menschen gab, die ihre Eltern von der Seite, für ihren Glauben und ihre Ansichten, beschimpften.

Religion hat Millionen von Menschen getötet

Auch wenn ich eine gewaltsame Lösung und selbst die Demonstrationsblockade für kein geeignetes Mittel halte, zeigte die Notwendigkeit des großen Polizeiaufgebots doch, dass es Menschen in Deutschland gibt, die einige radikal christliche Ansichten nicht teilen und sich auch dafür einsetzen, dass diese in unserer Gesellschaft nicht als selbstverständlich angesehen werden.

  • Ich persönlich halte von diesem ganzen Religionsquatsch rein gar nichts. Alleine schon weil es einfach unlogisch auf mich wirkt und es nicht mal irgendwelche Indizien für einen unsichtbaren Mann im Himmel gibt. Hätten wir die moderne Informationstechnik nicht, und jemand gräbt in 2000 Jahren nach einem totalem Atomkrieg das Buch "Herr der Ringe" aus, dann denkt er vielleicht auch das diese Gollums früher Realität waren. Für mich ist und bleibt die Bibel ein Fantasybook.

    Es dürfte doch auch nicht schwer sein sich zu vertragen. Immerhin haben wir ja die Freiheit zu glauben was wir wollen. Und um gegen Abtreibungen zu sein muss man ja auch nicht der Kirche angehören.

    Netter Blog übrigens. Endlich mal einer in meiner "Umgebung". :)
  • Chris
    Die Kirche, dieser Wiedersprüchliche Verein...

    Hexenverbrennungen im Mittelalter,
    wer Behauptete die Erde ist keine Scheibe war Ketzer und wurde zu Tode Gefoltert.

    Und was steht in der Bibel: Du darfst nicht töten.


    Am Anfang war Nichts, dann die Erde und dann ein Mann.
    Aus des Mannes Rippe erschuf Gott dann Eva.

    Somit sind die Gene schon mal Identisch!

    Nun haben die noch Kinder Gezeugt und andere Menschen wurden nicht Erschaffen.
    Was Schlussfolgern wir daraus?


    Die von der Kirche nicht Tolerierte INZUCHT!




    Ich höre jetzt auf, sonst wir ein eigener Blogeintrag daraus...
  • Das erinnert mich grad an dieses mädchen vor kurzem, das vergewaltigt und schwanger wurde. nach einer abtreibung wurde die mutter des mädchens von der kirche exkommuniziert. ...und in fulda hab ich die auch schon mal gesehen, wie die mit ihren weißen kreuzen da langgeschlichen sind und sogar noch gesungen haben. strange. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1...
  • Ulrike Beudgen
    Münster ist schon länger eine der Hochburgen der "schwarzen" Fundamentalisten. Leider äußern sich viel zu wenige Mitmenschen über deren Umtriebe. Wobei die evangelischen Fundamentalisten nicht viel besser sind.
  • Marc
    sorry, das ist keine radikal christliche ansicht sondern eine allgemein ethische, bin selbst christ und in bestimmten fällen für abtreigung (z. B. bei schwangerschaft durch vergewaltigung etc.)
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