Wird Facebook böse? Pseudonyme verboten!
Geschrieben von Markus in Fundgrube, Sicherheit, Social Networking, Technews, tags: , agb, annik rubens, facebook, Geburtsdatum, john swift, microsoft
Wird die Social Networking Plattform Facebook böse? Nachdem sich Microsoft für 240 Million Dollar bei Facebook eingekauft und dafür gerade mal 1,6% des Unternehmens erhält wird die Stärke eines Unternehmens wie Facebook vielen erst mal bewusst.
Mehr Informationen zum Microsoft-Facebook Deal hier oder auf dem Blog Internet Marketing News.
So wurde erst vor kurzem der Facebook Account des politischen Bloggers “John Swift”, der diesen Namen als Pseudonym nutzt, einfach gelöscht. Auf seine Beschwerde via Mail wurde ihm mitgeteilt, dass die Angabe seines richtigen Namens aufgrund der Facebook AGBs (Terms Of Use) zwingend erforderlich sei. Erschreckend hierbei ist, dass der Account mit sämtlichen Kontaktdaten und eventuell verfassten Texten / Fotos etc. komplett, ohne Möglichkeit auf Wiederherstellung, gelöscht wurde.
Mit Recht weist John Swift auf seinem Blog darauf hin, dass Robert Zimmerman oder Eric Arthur Blair sich unter diesen Umständen auch nicht mit ihren Pseudonymen Bob Dylan oder George Orwell hätten anmelden dürfen. Es gab sogar schon ein Fall, bei dem der Account eines Bloggers, aufgrund der Angabe eines falschen Geburtsdatums gesperrt bzw. gelöscht wurde.
Außerdem gebe es bei Facebook auch über 500 Profile, die ihren Account als Jesus Chris laufen hätten.
Muss auch Annik Rubens, die mit dem Podcast Schlaflos in München wohl die bekannteste Podcasterin im deutschsprachigen Raum ist, um ihren Facebook Account fürchten, weil sie ein Pseudonym nutzt?
Es handelt sich sowohl bei Jon Swift als auch bei Annik Rubens, Cali Lewis oder noch so vielen anderen um Pseudonyme die fest mit einem Schreibstil, einer Stimme oder einem Gesicht assoziiert werden.
Ich bin schon sehr gespannt wie sich Facebook in der Zukunft entwickeln wird. Seitdem das Unternehmen die Profilinformationen auch für Suchmaschinen geöffnet hat, ist es für Arbeitgeber, flüchtige Bekanntschaften oder sonst irgendeine Person eine Leichtigkeit an die entsprechenden Informationen heranzukommen.
Müssen wir bald bei Social Networking Plattformen alle Ausweisdaten korrekt angeben? Vielleicht auch noch ein Passfoto nach der neuen Norm? Was denkt ihr?






Einträge (RSS)
Mal abgesehen davon, wie und ob Microsofts kommerzielle Interessen etwas damit zu tuen haben:
Vielen ist gar nicht klar, dass mit einem Klick ihre Identität im Web von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht werden kann, wenn man seinen ganzen Content an eine einzige “WEB2.0 Blase” verschenkt. YouTube, Flickr, StudiVZ, Facebook sind auch nicht für Ewigkeit gebaut und werden mit den Jahren noch durch viele Hände wandern, die nicht nur Gutes im Schilde führen.
Da lobe ich mir wirklich eigenen (auch betreuten) Webspace, auf dem man sich verwirklichen kann ohne gleich die eigenen Rechte aufgeben zu müssen (siehe die AGBs oben genannter Dienste). Die 2-3€ sollte jeder übrig haben.
Dezentral Denken!
Tja, Pech sag ich da. Wer sich allein auf solche Dienste verlässt und seine Kontakte nicht in Outlook oder sonst wohin überträgt, ist selbst dran schuld. Oder man lässt das Pseudonym als Künstlernamen eintragen.
Facebook wollte nicht einmal meine Blog-EMail Adresse anerkennen. Musste mir etwas Neues dafür einfallen lassen
Wenn der Grundsatz dahintersteckt, dass nicht jeder sich “Schnuffi75″ nennen soll, finde ich das Ganze in Ordnung. Aber bei Pseudonymen hört der Spaß wirklich auf – immerhin kann man sich ein Pseudonym nach drei Jahren öffentlicher Nutzung in Deutschland auch in der Perso eintragen lassen. Ich werde das demnächst mal machen. Und dann ist das ein Name, mit dem man offiziell assoziiert wird. Facebook könnte insofern Abhilfe schaffen, als eben unter dem “richtigen” Namen AUCH das Pseudonym angegeben wird. Fände ich sowieso super – dann könnten mich Leute finden, egal nach welcher meiner beiden Identitäten sie suchen…
Hi! Konnte leider nicht so schnell wie gewohnt antworten! Vielen Dank für eure ganzen Kommentare.
@Caracasa: Ist eine richtig gute Idee sich über einen eigenen Webserver seine eigene Identität aufzubauen. Leider kennen sich nur nicht alle Personen so wie du, Fudge oder Annik mit der Materie aus, dass es für sie wirklich realisierbar wäre.
Besonders bei fremd-gehosteten Blogs mag ich es nicht, dass ja theoretisch jeder Zeit was an den AGBs geändert werden kann. Einige Bloganbieter haben dort sogar stehen, dass die Rechte am jeweiligen Post nach der Veröffentlichung zu 100% zum jeweiligen Unternehmen gehen. Finde so was einfach nur dreist.
@Fudge: Warum wollten die denn nicht deine Blog E-Mail Adresse akzeptieren? Verstehe ich nicht.
@Annik: Herzlich Willkommen
und vielen Dank für deinen ersten Kommentar hier! Musste ich natürlich noch eben loswerden.
Deinen Vorschlag finde ich auf jeden Fall sinnvoll. Vielleicht wird Facebook es ja wirklich eines Tages mal umsetzen.
Bin echt gespannt wie sich die ganze Geschichte mit der Web Identität so entwickelt.
@Markus
Da ist wahrscheinlich wirklich noch eine Marktlücke, für ein paar Euro monatlich ein Blog mit weitreichenden Vernetzungen anzubieten. Die oft erwähnte “Blogosphäre” ist ja nichts anderes als ein riesiges dezentrales soziales Netzwerk.
Die Komplexität und Inkompatibilität zu den “Gated communities” wie Facebook (und wie sie alle heißen), ist das wirklich große Problem. RSS, Pingback und Trackback reichen wohl nicht aus, um das ganze nahe genug zusammen rücken zu lassen.
ganz heikles thema.
teuer eingekaufte social networking dienste bieten prinzipiell zwei einnahmequellen:
1) target advertising
das bringt nun ja dann wohl doch nicht soviel wie erhofft
2) verkauf des “data inside”
wieviele unternehmen würden sich über die vielen privaten daten freuen. willkommen im data mining 2.0…
wenn ein unternehmen auf letzteres setzt, wird das in solchen maßnahmen deutlich. schließlich gefährdet jedes “fake” oder unvollständige profil die qualität der daten, die man verkaufen möchte… studivz beschreitet da ja mittlerweile ähnlihce pfade mit seinen neuen agbs.
wer sich dennoch dort anmeldet oder nicht wieder abmeldete, sollte sich im klaren sein, dass seine daten alles andere als “sicher” sind – a downside of web 2.0
Sehr interessant. Irgendwie sind die News von der neuen StudiVZ AGB wohl komplett an mir vorbeigegangen. Bin dort auch schon seit nem halben Jahr oder so nicht mehr angemeldet. Nach deinem Kommentar tobe, habe ich mal ein bisschen gegoogelt. Ist ja echt übel… keine kommerzielle Nutzung, Daten müssen korret sein, Rückschlüsse auf Kommunikationsverhalten
Was soll man davon halten? Es werden dabei auf jeden Fall Daten herauskommen, die manchen Menschen sehr viel Geld wert sein werden.
hallo,
andere frage.
wie kann ich mich bei facebook unter meinem künstlernamen anmelden (oder dafür sorgen, daß der da auftaucht, damit leute mich finden).
beim versuch sagt mir facebook, das der name nicht funktioniert…