Auphonic goes freemium

Auphonic?

Auphonic ist u.a. ein webbasierter Dienst, welcher verschiedene Algorithmen zur Optimierung und Konvertierung von Audio anbietet und dabei einen ziemlich guten Job macht. Der Dienst richtet sich an alle, die etwas mit Sprache produzieren (Podcasts, Vorlesungen, Hörbücher usw.) Zum Beispiel werden nervige Hintergrundgeräusche rausgefiltert, die Lautstärke aller Sprecher angeglichen und anschließend alles in verschiedene Audioformate exportiert.

Man kann sagen, ich bin ein richtiger Auphonic-Fan. Durch verschiedene Presets und eine API kann eine Menge automatisiert und somit auch viel Zeit eingespart werden. Ich setze auphonic überwiegend für Podcastproduktionen ein.

Freemium

Auphonic war bisher komplett kostenlos, da das Projekt anfänglich vom österreichischen Staat gefördert wurde. Spätestens beim Auslaufen dieser Förderung musste natürlich ein Business-Plan her. Durch die Einführung des Freemium Modells geht Auphonic nun einen wichtigen Schritt.

Preismodell und Reaktionen

Auphonic darf von nun an für 2 Stunden Audioproduktion kostenlos genutzt werden. Alles darüber hinaus kann entweder im monatlichen Abo für 0,69€-1€/Stunde Audio (Volumenabhängig) oder ohne Abo 1,09€-1,80€ /Stunde Audio (Volumenabhängig, verfällt nicht) plus Mehrwertsteuer dazugebucht werden. Im Detail können die Preise hier eingesehen werden.

Die ersten Reaktionen vielen gemischt aus

Manche freuen sich, Auphonic endlich finanziell unterstützen zu können, andere sorgen sich um zu hohe Kosten.

Rechenbeispiel & Konsequenzen

Angenommen ein Podcast veröffentlicht jede Woche einen ungefähr 2 Stunden langen Podcast. Um diesen durch Auphonic jagen zu können, müsste man also das Auphonic S Paket für 9€ + MwSt buchen. Finde ich persönlich einen Preis, mit dem man leben kann.

Die Umstellung auf das neue Freemium Modell war für meinen Geschmack jedoch deutlich zu kurzfristig, eine Ankündigung auf den nächsten Monat mit Nennung der Preise hätte auch gereicht. Vor allem hätte man so noch wertvolle Meinungen zur Preisgestaltung einsammeln können.

Einige Reaktionen zeigten ein Unverständnis für Podcaster, die das neue Preismodell für zu teuer hielten. So nach dem Motto, wenn man sich Mikrofone für hunderte von Euro kaufen kann, wird man ja auch wohl noch Geld für auphonic übrig haben.

Meiner Erfahrung nach sieht die Realität hier aber anders aus. Denn gerade die Podcaster, die sich diese Mikrofone nicht leisten können oder wollen, sind umso mehr auf auphonic angewiesen. Nerviges Rauschen, krasse Lautstärkeunterschiede bei Sprechern, all dies kann auphonic mittlerweile ganz gut handeln. Und wenn dies aufgrund der Kosten in Zukunft nicht mehr genutzt wird, steht der Hörer dieser Formate (ich !11!!11) mit nur schwer zu ertragendem Audio da.

Gerade Podcast-Anfänger rechnen sich wahrscheinlich ganz genau durch, was die Produktion eines Podcasts im Jahr kosten wird. Die Überlegung wird vielleicht bei einigen so oder ähnlich aussehen

50€ Mikrofon/Headset, 60€ Webhosting im Jahr. Dieses Auphonic soll ja gut sein… 108€ im Jahr? Ach, geht vielleicht auch ohne / habe ich leider nicht übrig.

Und dann gibt es noch so Spezialfälle. Ich habe zum Beispiel mal über 160 Stunden alte Podcastfolgen von auphonic optimieren lassen (Aufnahmen aus der Zeit, als es Auphonic noch nicht gab). Das würde jetzt vermutlich über 100€ kosten. So wie ich auphonic kenne, würden sie bei einer Anfrage sicherlich äußerst entgegenkommend sein, aber vielleicht lässt es der ein oder andere dann gleich bleiben.

Was ich eigentlich sagen will

Ich habe Angst, dass sich Podcasts wieder scheiße anhören werden. So wie früher.

Die Kostenloskultur geht mir auch richtig auf die Nerven. In Deutschland ist es besonders schlimm, oder?

Deswegen müsste ich mich in manchen Fällen nicht über auphonic, sondern über Podcaster (mit ausreichend Geld auf der Tasche) aufregen, die nicht bereit sind, für eine tolle Dienstleistung zu bezahlen. Aber die Preisbarriere wird leider dazu führen, dass weniger Podcaster auphonic nutzen und insgesamt die Qualität darunter leidet. Und es gibt sicherlich auch Einzelfälle, die sich tatsächlich das monatliche Abo nicht leisten können.

Was das beste Preismodell ist, weiß ich nicht.
Als Podcaster hätte ich mir ein Abomodell ohne Längenbegrenzung gewünscht. Ich mag die Vorstellung nicht, dass manche Podcaster in Zukunft bereits bei der Aufnahme das Auphonic Limit im Hinterkopf haben und dies die Länge des Formats beeinflusst.

Wie wäre es mit sowas wie: Wenn man nicht mehr als 250€ im Jahr mit einem Podcast verdient, kann man Auphonic für 7€ im Monat unbegrenzt nutzen.

 

PewDiePie wirbt für einen guten Zweck bzw. Können YouTube Kommentatoren nicht einfach mal die Fresse halten?

PewDiePie kannte ich bis vor Kurzem nicht. Dabei haben ihn bei YouTube schon fast 26 Millionen Menschen im Abo. (momentan sechster erster Platz weltweit… oh, sogar erster Platz, habe mich von dieser Seite verwirren lassen). Er macht Let’s Plays, nimmt also beim Spielen seinen Bildschirm sowie sich selbst auf und kommentiert dabei das Geschehene.

Ich behaupte einfach mal, ein großer Prozentsatz der Menschen, die sich stärker für Computer- und Konsolenspiele interessieren, kennen ihn schon länger. Ob sie ihn mögen ist eine andere Sache.

Save the Children – 25 Million Bros!

PewDiePie entschloss sich ende März die Kinderrechtsorganisation Save the Children zu unterstützen, indem er eine indiegogo Kampagne aufsetzte und in einem Video seine Zuschauer darum bat, für diesen Zweck Geld zu spenden. Selbst wolle er auch bis zu 25.000 USD spenden.

Mittlerweile sind ~ 260.000 USD zusammengekommen. Das Ganze endet offiziell am 30. April.

HumbleBundle

Dann gibt es das Humble Bundle. Eine Seite, auf der man gebündelt Computer & Smartphonespiele für einen guten Zweck erwerben kann. Also für gemeinnützige Organisationen und Indie Spieleentwickler zum Beispiel. Beim weekly sale ist das Motto seit heute: PewDiePie saves the children.

HumbleBundle hat sich mit PewDiePie zusammengetan und Interessierte bekommen für wenig Geld einige Spiele. Dabei steht jedem frei, mehr als den vorgeschlagenen Preis zu zahlen. Es geht ab einem US Dollar los.

Ein anonymer Spender verdoppelt sogar noch den Betrag, der 400.000 USD (indiegogo & HumbleBundle) übersteigt. (wenn dies eintritt)

YouTube Kommentare

Mir wird YouTube in letzter Zeit immer sympatischer. Habe auch das Gefühl, die Kommentare sind nicht mehr ganz so schlimm wie früher.

Doch jetzt habe ich mir einige Kommentare unter dem zuletzt eingebundenen Video durchgelesen

oh god I so FUCKING hate this guy!!!!

i will buy nothing that pewdiepie promotes

Fuck you, humble. This is almost as bad as the currency conversion rip off.

Shitty bundle because of shit-die-fuck

NOT EVEN A DOLLAR

I hate this c**ks*c*ker so much!

You fucking asshole! I’m going to cut your dick off! Anyone who believes he’s giving money to charity is a total douchebag.

Go hang yourself felix

Ich weiß, bin ja selbst schuld, wenn ich mich heutzutage noch über YouTube Kommentare echauffiere. Aber echt jetzt? Was sind das für Leute? Können die nicht mal einfach die Fresse halten?

Der Robin Hood der Dogecoins #savethemhood

Ihr habt sicherlich schon mal von Bitcoin (BTC) gehört, oder? Einer peer-to-peer “Cryptocurrency”, also eine digitale Währung, die maßgeblich durch kryptographische Verfahren abgesichert ist.

Mittlerweile gibt es mehrere dieser Kryptowährungen, ziemlich bekannt sind Litecoin (LTC) und Dogecoin (DOGE). Letztere war eigentlich eher als Scherz gedacht, um die zahlreichen, neue Kryptowährungen zu parodieren, wurde aber immer bekannter und ist nun tatsächlich etwas wert. Wie Dogecoin bekannt wurde und was dahintersteckt, ist eigentlich auch interessant, aber darum geht es hier gerade nicht.

Was zum Verständnis jedoch wichtig sein könnte: Man kann Bitcoin & Dogecoin nicht 1:1 vergleichen. Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben (deflationär). Dogecoin allerdings, wird es Anfang 2015 ungefähr 100 Milliarden geben und jedes Jahr kommen ungefähr 5,2 Milliarden hinzu (inflationär). Beide Systeme haben Vor- und Nachteile… ach ja, darum geht es ja immer noch nicht.

savethemhood: Der Robin Hood der Dogecoins

Vor knapp einem Monat registrierte jemand unter dem Pseudonym savethemhood ein Twitter Profil und veröffentlichte Folgendes:

Soweit so gut… Kann erst mal jeder behaupten, dass er die Krümel der Reichen nimmt und sie unter den Armen verteilt. Aber dann folgten Taten:

Der kleine Test im Chatraum

Im halbwegs bekannten Dogecoin Chat dogechat verteilte er erst mal 1 Millionen DOGE unter den Benutzern. Das sind momentan gerade ungefähr 320€. Schon irgendwie verwunderlich… Der macht das ja echt.

reddit: savethemhood erklärt sich

“My name is Hood. I’m here for you”

I take from the greedy to feed and blanket the poor. I’m here today because I believe we are aligned. I’m here to redistribute millions of Doge, from the greedy, to you.

Post the comment below, “save them hood”, I will give you 10,000 doge. Help others, help yourselves. I will be back with more when I pry it from the greedy fingers of the rich and heartless.
Quelle

Jeder, der dort “save them hood” schrieb, bekam 10.000 DOGE, also ungefähr 3,20€. Insgesamt verteilte er dort angeblich 1,5 Millionen DOGE.

Twitter Teil 1: Doge 4 Water

So, jetzt geht es richtig los.

Über sogenannte Tipbots, kann man über einen Tweet Kryptowährungen an andere Nutzer in sozialen Netzwerken oder Chats schicken. Der bekannteste Twitter Tipbot für Dogecoin nennt sich tipdoge.

savethemhood wundert sich, dass es heute immer noch Menschen ohne Wasser auf diesem Planeten gibt, wir den Wohlstand, aber nicht den Willen haben.

Und schickt mit einem Tweet 14.000.000 DOGE an die Fundraising Aktion Doge 4 Water, die Spenden für Wasser in Kenia sammelte. Gerade ungefähr 4500€ wert, damals etwas mehr. Wow.

Ich meine gelesen zu haben, dies sei bis dahin die größte Spende, die jemals mit einem Tweet getätigt wurde. Abwarten….

Abstecher ins echte Leben

Während bisher alles digital verlief, traute sich savethemhood auf die Straße und verschenkte Geld an vermutlich obdachlose Menschen

Twitter Teil 2: Hilfe bei existenziellen, finanziellen Engpässen

Dann forderte der Dogecoin Robin Hood die Leute auf, Lebensmittelmarken oder Mahnungen (Strom, Wasser, usw.) zu fotografieren und ihm ohne persönliche Info zu schicken.

Daraufhin verschenkte er unter anderem

Früher hatte er wohl selbst mal kein Geld, was wahrscheinlich eine Motivation für diese Aktion war.

Ein paar Millionen Dogecoin auf Flyern

Mal wieder kurz zur Erklärung: Kryptowährungen wie Dogecoin und Bitcoin bestehen immer aus einer öffentlichen Adresse und einem privaten Schlüssel. Wer über den privaten Schlüssel verfügt, ist dazu berechtigt, über das “Guthaben” der jeweiligen Adresse zu verwalten. Solch einen privaten Schlüssel kann man auch in Form eines QR Codes weitergeben.

Und genau das hat savethemhood getan. Er generierte Dogecoin Adressen, druckte die privaten Schlüssel abreißbar auf einen Flyer und überwies laut seinen Informationen mehrere Millionen DOGE auf diese Adressen.

Die ganze Aktion setzt eventuell ein bisschen zu viel Vorwissen voraus, aber trotzdem irgendwie cool, oder?

Twitter Teil 3: Die Tech-Prominenz

Ich bin mir nicht so sicher, ob die folgende Taktik aufgeht, aber jetzt gerade, während ich das hier schreibe, schickt der Wohltäter weitere Dogecoin, überwiegend an bekannte Personen mit Technikbezug. Er erklärt sich wie folgt:

Dies sind die größten Transaktionen und somit vermutlich auch die größten Spenden, die jemals mit einem Tweet getätigt wurden.

Alle Promi-Spenden bisher

Also fast 14.000€. Und das gilt nur für den Umrechnungskurs von heute. Bei den Bitcoin/Dogecoin Kursschwankungen kann das in ein paar Wochen durchaus doppelt so viel wert sein. Oder wenn es schlecht läuft auch die Hälfte.

Bleibt abzuwarten, ob das Geld auch von den Tech-Promis abgeholt wird.

Wo führt das noch hin? Woher kommt das Geld?

Also ich finde die Aktion richtig genial, hoffe aber gaaaaaaanz doll, dass sich die Sache nachher nicht als Marketing Stunt herausstellt. Den Gedanken hatte schon jemand vor mir, die Reaktion darauf lässt hoffen.

Laut eigener Aussage, hat er auch keine Dogecoin direkt gestohlen (zum Beispiel durch einen Hack), sondern tauschte zuvor “echtes” (Fiat-)geld in Dogecoin um.

I pry it from the greedy fingers of the rich and heartless.

schrieb er bei seinem ersten reddit Post. Wie genau er das macht, werden wir vermutlich nie erfahren.

Ich bin gespannt, was noch kommt. Ihr auch?