Linux als Desktopsystem ist für Privatanwender immer noch kacke

Über die letzten Jahre hat meine Nutzung von Linux mehr und mehr zugenommen, sodass ich es jetzt überwiegend für die meisten, täglichen Aufgaben am Rechner nutze.

Linux kann mittlerweile viel

Paketverwaltung, riesige Auswahl an Hintergrunddiensten, mit steigendem Wissen mehr und mehr Möglichkeiten, genau nachzuvollziehen, was im System passiert und dieses bei Bedarf selbst anpassen zu können. So habe ich Linux in der vergangenen Zeit mehr und mehr schätzen gelernt.

Viele Funktionen, deren Nutzung unter Windows häufig nur mittels Adware versuchten Installern möglich ist, werden durch die meisten Linux Distributionen gleich mitgeliefert.

Mittlerweile gibt es für mich nur noch wenige Gründe, Windows zu verwenden. Extrem viel passiert im Browser: Office, Social Media, Musik und Podcast hören, Video Streaming, Notizen, E-Mail. Dafür ist das Betriebssystem schon fast egal.

Lediglich einige, wenige Programme, die nicht für Linux erhältlich sind, zwingen mich dazu, Windows doch noch sporadisch zu booten. (Nein, ich will die die Programme nicht emulieren, sollte es gerade jemanden in den Fingern jucken)

Alles in allem eine tolle Sache.

Weinendes Meme Face mit Bildunterschrift You Really Mean It?

 

Böses Meme Face, daneben nein

 

 

Alles in allem? Nicht.

In den letzten Wochen habe ich einen Desktop PC und einen etwas älteren Laptop aufgesetzt. Einen mit Ubuntu 14.04 LTS und einen mit Linux Mint 17, wo ja ungefähr das Gleiche unter der Haube steckt. Mein Erfahrungsbericht:

Erstes Gerät (Laptop)

  • Installationsmedium rein
  • Bootet in GRUB
  • ENTER
  • Erster Setup Screen sichtbar
  • Keine Tastatureingabe möglich

Nur um das mal festzuhalten, hier hätte jeder normale „ich möchte auch mal Linux ausprobieren“ Nutzer wieder die Windows DVD reingelegt.

Stellte sich heraus, damit die Tastatur funktioniert, muss man für dieses Gerät die GRUB Boot Parameter anpassen, und zwar mit i8042.nopnp=1 i8042.dumbkbd=1 ergänzen. Ja genau, erklärt das mal euren Eltern am Telefon.

Zweites Gerät (Desktop PC)

  • Installationsmedium rein
  • Bootet in GRUB
  • ENTER
  • Bildschirm flackert
  • Bildschirm flackert immer noch
  • Bildschirm hätte mindestens bis zum 19. Januar 2038 weitergeflackert

Zur Veranschaulichung hier noch mal die nicht unwahrscheinliche Reaktion eines „normalen“ Nutzers

Schauspieler zerstört Computer auf den Boden

Des Rätsels Lösung: Bootparameter nomodeset, um dann nach dem Setup unter „Anwendungen & Aktualisierungen“ unter „Zusätzliche Treiber“ den bösen, proprietären NVIDIA Treiber zu installieren.

Halten wir mal fest: Rechner 1: Tastatur funktioniert nicht. Rechner 2: Installationsmenü wird durch flackernden Bildschirm ersetzt. Wir haben 2015, oder?

Endlich im System angekommen

Wenn unser „normaler Nutzer“ dann erst mal all seine Nerdfreunde angerufen und das System mit i8042.nopnp=1 i8042.dumbkbd=1 nomodeset goddamnitfuckmylife installiert hat, sieht er zum ersten mal seinen neuen Linux Desktop.

Dieser sieht nach meinem Empfinden schön schlicht und übersichtlich aus. Es sei denn, man bleibt bei der Ubuntu Standard Benutzeroberfläche Unity, dann sieht das natürlich richtig kacke aus.

Hashtag Amazon, Hashtag MoreSuggestions.

Aber ich muss zugeben, genau an dieser Stelle, wenn das default Grundsystem erst mal installiert ist, können die meisten Linux Distributionen punkten. Viele Standardprogramme sind vorinstalliert (Browser, Office, Musik, Video, Bildbearbeitung). Wer nichts anderes benötigt, kommt so gut zurecht.

Aber dann gibt es wieder so Kleinigkeiten, die nerven. Wenn man zum Beispiel mit Ubuntu 14.04 und MATE Oberfläche Starter-Eigenschaften anpassen will, bekommt man dieses kontrastreiche Menü zu sehen

Firefox Starter Eigenschaften, sehr helle Schrift auf weißem Hintergrund

 

Alte Oma, die mit Brille auf den Rechner schaut. Darunter can't see shit

Sowas darf nicht sein.

Mir ist bewusst, dass neben den bezahlten Profis unfassbar viele freiwillige Helfer an allen möglichen Open Source Projekten und somit auch Linux arbeiten. Und ich bin ihnen dafür auch unglaublich dankbar. Aber das interessiert den „normalen Nutzer“ nicht.

Man kann doch einfach nachfragen und recherchieren…

Während ich es als kleine Herausforderung sehe, wenn ich bei der Computernutzung vor Problemen stehe: rumprobiere, nach Lösungsansätzen suche oder erfahrene Benutzer im IRC Chat frage, will der „normale Benutzer“ nur das System bedienen. Und das Killer Argument „Dann mach doch selber / Dann mach doch besser“ (weil open source) zieht da nicht.

Das ist so, als würde man mir sagen, ich soll aus einem Eichenstamm bis Ende der Woche einen Schrank bauen. Unmöglich also. :)

Häufig, wenn sich Menschen über Linux beschweren und fragen, warum irgendwas nicht funktioniert oder möglich ist, kommt etwas in der Richtung zurück:

Natürlich geht das, dazu musst du nur das Terminal öffnen
[95% der Normalnutzer abgesprungen]
in /etc/sysctl.d/
[96% der Normalnutzer abgesprungen]
eine neue Datei anlegen
[97% der Normalnutzer abgesprungen]
und mit vim
[98% der Normalnutzer abgesprungen und für immer in vim gefangen]
folgende Parameter
[99% der Normalnutzer abgesprungen]
eintragen und mit sudo sysctl –system bestätigen.
[100% der Normalnutzer abgesprungen]

Oft sind besondere Einstellungen auch nur durch das Bearbeiten einer Datei möglich. Während ich dies häufig praktisch finde, weil es viel Raum für Automatisierung und Scripte lässt, vermute ich, dass es für einen Linux Einsteiger die reinste Qual ist, sich durch hunderte Zeilen Konfigurationsdatei zu kämpfen.

Ob es rein technisch im Rahmen des Möglichen liegt, ist dabei nebensächlich.

Es hilft zum Beispiel auch nicht, dass es unter „System -> Einstellungen“ die Menüpunkte

  • Eingabemethode
  • Maus
  • Tastatur
  • Tastatureingabemethoden

gibt. Geht das nicht einfacher und übersichtlicher? Selbst diese, einfachen GUI Dinge sind für Einsteiger unfassbar schwer zu durchdringen.

Eigentlich will ich auch gar nicht damit anfangen, wie intuitiv Linux Oberflächen zu bedienen sind. Der Text soll ja schließlich noch ein Ende finden.

Fazit

Mir sagt Linux mehr und mehr zu, weil mir viele Dinge unter der Haube sehr gefallen, ich größeren Spielraum für individuelle Ansprüche am System habe und mich teilweise auch gerne damit beschäftige.

Freunden und Verwandten, würde ich auf gar keinen Fall ein Linux Desktop empfehlen. Dabei würde ich das gern. Schon seit Jahren. Immer wenn ich bei manchen dieser Menschen 46 unnütze Programme in der Windows Tray oder 3/4 des Internet Explorers aus Toolbars besteht. Aber besser eine scheiß Experience mit Windows, als die pure Verzweiflung mit Linux.

Entweder sollen die Verantwortlichen der großen Distros das intuitiv newbietauglich machen oder damit aufhören, ihre Distribution als System für die breite Masse zu vermarkten.

Disclaimer nach § 23 Abs. 42 FaNboY

Da es heutzutage leider immer einer Rechtfertigung bedarf, will ich mal nicht so sein und mich kurz erklären: Ich habe noch nie einen Mac besessen. Mir missfällt die zunehmende iphonisierung von OS X. Außerdem ist mir mittlerweile der Invest, ins Apple Ökosystem einzusteigen, irgendwie auch zu hoch. Es ist ja nicht nur der Rechner, den man kaufen muss.
Gleichzeitig gebe ich aber gerne zu, dass ich die Geräte schick, innovativ und größtenteils auch intuitiv gut bedienbar finde.

Warum gibt es heutzutage eigentlich keine guten Computerspiele mehr?

Ich mag keine Computerspiele mehr spielen. Schon seit 10 Jahren. Fast immer, wenn mich jemand fragte, ob ich eine Runde mitspielen will, verneinte ich, weil ich mir ziemlich sicher war, dass es mich langweilen würde. Immer nur „Ballerspiele“ und MMORPGs mit ähnlichem Konzept, dachte ich mir…

All die verschwendete Zeit

Ein wichtiger Grund dabei war: Bei allen denkbaren Freizeitaktivitäten, fühlte sich „zocken“ als die zeitverschwenderischte an.

notsureifgame

Nicht falsch verstehen, ich verbringe viel Zeit mit Dingen, die man als Zeitverschwendung bezeichnen könnte: Alle Staffeln Breaking Bad, Lost, Stargate Atlantis und Modern Family sehen, zum Beispiel.

Der „Mehrwert“ beim zocken fühlte sich jedoch immer so gering an: Viel Zeit investiert, viel rumgeklickt, oft gelangweilt und selten was dazugelernt. Die Vermutung lag nah, dass es an den Spielen selbst liegt, gäbe es bessere, fiele die „verlorene“ Zeit auch nicht so schwer ins Gewicht.

Das führte dazu, dass ich eigentlich in den letzten Jahren kaum ein Computerspiel spielte, was bewirkte, dass sich meine Vorurteile gegenüber Konsolen- und Computerspiele verhärteten und ich grundsätzlich keine Lust hatte, überhaupt irgendwas am Rechner zu spielen.

Das Experiment

Weil es mir bei anderen Menschen häufig nicht gefällt, wenn ohne Prüfung aufgrund von Vorurteilen alles schlecht geredet wird, beschloss ich, mich möglichst Vorurteilsfrei für mindestens einen Monat in die Spielewelt hineinzubegeben. PC-Spielewelt um genauer zu sein, weil ich keine Konsole besitze und mir die Anschaffung für dieses, kleine Experiment ehrlich gesagt zu teuer gewesen wäre.

letsdoit

Also, Netflix Abo gekündigt, Steam geladen und los geht’s.

Zum Glück hatte ich dieses Experiment schon länger im Hinterkopf, weshalb ich mir, über das letzte Jahr verteilt, fast jedes Humble Bundle geklickt habe. Das Konzept dort: Man spendet Betrag X für einen guten Zweck und erhält dafür Computerspiele. Ich behaupte einfach mal, dass viele davon schlichtweg Schrott sind, aber meistens sind auch ein oder zwei Spiele dabei, die in Gamer Kreisen sehr geschätzt werden.

Darauf konnte ich nun, neben ein paar wenigen Neuanschaffungen zurückgreifen, ohne groß investieren zu müssen.

Was mir in meiner Jugend gefiel

bowsergirlfriend

Bevor ich loslege, mag es vielleicht noch interessant sein, welche Spiele ich als Kind und Jugendlicher vor dieser langen Spielepause ausgiebig und gerne gespielt habe. Hier kurz in Stichpunkten und ohne große Erklärung:

Erster (i386) Computer,
welcher eher selten zum Spielen genutzt wurde

Gameboy

Super Nintendo

N64

Fazit: Nintendokind, Vorliebe: Jump and Run mit einigen Ausnahmen

nintendokid

Irgendwann mit 16 oder so, begann ich mit Freunden PC Spiele zu zocken. Oft zusammen auf einer mini LAN Party mit 3-4 Leuten oder so. Internet war da noch nicht so flott und wurde minütlich abgerechnet. Unreal Tournament, Serious Sam… Ballerspiele halt. (Entschuldigt bitte die Verallgemeinerung liebe Pro-Gamer)

bored

Während das anfangs echt aufregend und neu war, verflog schnell meine Begeisterung. Letztendlich läuft es, meiner Einschätzung nach, auf die perfekte Koordination von Maus und Tastatur, räumliche Vorstellungskraft, Präzision und Konzentration hinaus. Alles drumherum bliebt in etwa gleich, die Umgebung, die Spieler, die Art der Herausforderungen.

Nicht getroffen werden, anvisieren, schießen, REPEAT.

Für ein gutes Multiplayer Spiel ist eine Menge Training erforderlich, das ist mir bewusst und ich verstehe auch, wie dies allein für manche ein Motivationsfaktor für das jeweilige Spiel sein kann.

Ich habe aber keine Ambitionen ein Pro Gamer zu werden oder mit Spielern mitzuhalten, die über Monate oder Jahre trainiert haben.

saidnogamerever

 Was ich eigentlich will

wtfdoyouwant

Was mir vermutlich Spaß bereiten würde, wäre ein Spiel mit ähnlichem Spielkonzept, wie Mario 64 damals. Um zu prüfen, ob ich das Spielerlebnis meiner Jugend nicht romantisiere, habe ich das kürzlich mal wieder eine Stunde lang gespielt. Abgesehen von der antiquierten Grafik finde ich es aber immer noch ausgezeichnet. Ein paar Stichpunkte, warum es mir so gut gefällt.

  • immer neue, andersartig, intelligent designte Herausforderungen
  • ein immer präsentes, höheres Ziel
  • verschiedene Spielmodi innerhalb des Spiels, z.B.
    • tauchen
    • fliegen
    • Berg hochklettern
  • keine exzessive Gewalt
  • extrem leichter Einstieg
  • Möglichkeit, selbst nach Erreichen des Spiels Neues zu entdecken (120 Sterne erlangen)

Vor allem turnen mich Waffen ab. Warum braucht nahezu jedes Spiel heutzutage Waffen? Immer hat man irgendeine scheiß Knarre oder Schwert in der Hand. Immer kaputt machen.

Das ist auch kein politisches Ding von mir oder so. Soll von mir aus so viele brutale Spiele auf dem Markt geben, wie Bedarf dafür ist. Anscheinend viel :) Habe mal von Bekannten gehört, sie können mit solchen Spielen Stress abbauen, mich langweilt das aber total.

headshots

Schauen wir uns mal in die Top 10 der z.Z. meistverkauften Spiele auf Steam an, der vermutlich größten Verkaufplattform für PC-Spiele. Gefolgt von meiner extrem simplifizierten Beschreibung dieser Spiele

  1. Grand Theft Auto V
    • Open World Ballerspiel, vorbestellbar, auf Konsolen bereits verfügbar
  2. H1Z1
    • Zombiespiel
  3. Counterstrike
    • Egoshooter
  4. Insurgency
    • Egoshooter
  5. Resident Evil HD
    • Egoshooter
  6. GRID
    • Autorennen
  7. Saints Row: Gat out of Hell
    • Egoshooter mit anderen Spielelementen
  8. DayZ
    • Zombiespiel
  9. Rust
    • Open World 3D Survival Game
  10. Ziggurat
    • etwas anderer Egoshooter

Grand Theft Auto als Ballerspiel abzustempeln, geht sogar mir ein bisschen zu weit. Immerhin kann man dort mittlerweile auch Autorennen absolvieren, Tennis spielen oder Achterbahn fahren. Den Open World Charakter des Spiels finde ich auch interessant. Aber dann geht es in den meisten Missionen auch wieder darum Leute zu erschießen.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Bei 9/10 Spielen der Top 10 meistverkauften Spiele, trägt man eine Waffe und muss Menschen oder Monster umlegen. Warum ist das so in der PC-Spielewelt? Muss ich mir echt eine verdammte Nintendo Konsole kaufen, um ein paar wenige Spiele zu bekommen, die denen aus meiner Jugend ähneln?

Aber ausprobieren wollte ich es trotzdem, habe ich ja geschrieben.

letsfdothis

Mir wurde Borderlands 2 empfohlen. Ein Spiel, welches von Spielekritikern und Gamern mit 89/100 bzw. 8,1/10 bewertet wurde. Also ziemlich gut.

Hier ein sehr, sehr kurzer Gameplay Einblick.

Es gilt, grob gesagt, einer größeren Story zu folgen, Missionen zu erfüllen, Gegner abzuballern, Auto zu fahren und dabei ebenfalls Gegner abzuballern.

steam

Nun habe ich Borderlands 2 über die letzten Wochen fast 24 Stunden lang gespielt. Bin selbst etwas erschrocken. Pros und Cons aus meiner Sicht

Pros

  • sehr guter Multiplayer Modus. Deutlich interessanter, mit anderen Spielern eine Mission zu erledigen. Besonders, wenn man noch miteinander sprechen kann. (Skype/VoIP)
  • Teils gute Story mit lustigen Charakteren, wie einem kleinen Roboter, der auch mal gern Schimpfwörter nutzt.
  • Kein krampfhafter Versuch, Grafik möglichst realitätsnah wirken zu lassen, sympathischer Comic ähnlicher Stil

Cons

  • neben der Story, bleibt es bei der Aufgabe, möglichst viele Gegner zu töten, um den Charakter aufzuwerten
  • abgesehen von besserer Ausrüstung und Kondition, unterscheidet sich das Gameplay wenig bei fortschreitendem Spiel –> es gibt später mehr Punkte beim ballern

Dennoch bleibt es dabei, dass es hauptsächlich um das vorhin erwähnte „anvisieren, schießen, REPEAT“ geht. 90% des Spiels würde ich schätzen. Und gerade daran habe ich doch nicht wirklich Spaß.

Aber alle Top Spiele sind so. Haben wir ja gerade festgestellt.

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…werdet ihr euch jetzt sicherlich denken.

Nein! Sagen auch andere. Natürlich gibt es in der PC-Spielewelt auch andere Spiele, die mir gefallen könnten. Nintendo-Wechslern, denen es anscheinend manchmal ähnlich wie mir geht, bekommen gleich mehrere Empfehlungen.

In einem Chat voller Gamer habe ich auch mal gefragt, was mir denn wohl gefallen könnte. Hier einige der Spiele, welche mir empfohlen wurden, mit einer kurzen Bewertung meinerseits.
Jedes der folgenden 5 Spiele, habe ich mindestens 2 Stunden lang gespielt.

  • Guacamelee
    • Nettes Jump and Run Spiel, leider 2D, es wird auch nur gekämpft.

Weitere, mir empfohlene Spiele, die ich noch nicht ausprobieren konnte, zusammen mit meinem erstem Eindruck, basierend auf Screenshots und Gameplay Videos

  • Evoland
    • sieht interessant aus, werde ich sicherlich noch ausprobieren

Spiele, dich ich unabhängig von diesem Experiment gespielt habe und ziemlich gut finde

 Fazit: Und jetzt?

dogemuch

Und nun? Muss ich mich wohl damit zufrieden geben, dass es heutzutage nur eine Hand voll PC-Spiele gibt, die ich einigermaßen interessant finde.

Für mich ist es irgendwie verwunderlich, dass es bei vielen Spielen, gerade bei AAA Titeln essentiell um Kampf geht, wenn man Sport- und Strategiespiele außen vor lässt.

Wo sind denn die Spiele, die jung und alt gleichermaßen Spaß machen? Mit richtig toller Grafik, ausgearbeiteten Charakteren, interessanten Aufgaben und tollen Multiplayermöglichkeiten.

Vielleicht Spiele, bei denen man auch kooperativ Ziele erreichen kann, ohne immer skillen und auf irgendwelche Gegner draufhauen zu müssen.

Es scheint da keinen Bedarf zu geben. Oder?

Auphonic goes freemium

Auphonic?

Auphonic ist u.a. ein webbasierter Dienst, welcher verschiedene Algorithmen zur Optimierung und Konvertierung von Audio anbietet und dabei einen ziemlich guten Job macht. Der Dienst richtet sich an alle, die etwas mit Sprache produzieren (Podcasts, Vorlesungen, Hörbücher usw.) Zum Beispiel werden nervige Hintergrundgeräusche rausgefiltert, die Lautstärke aller Sprecher angeglichen und anschließend alles in verschiedene Audioformate exportiert.

Man kann sagen, ich bin ein richtiger Auphonic-Fan. Durch verschiedene Presets und eine API kann eine Menge automatisiert und somit auch viel Zeit eingespart werden. Ich setze auphonic überwiegend für Podcastproduktionen ein.

Freemium

Auphonic war bisher komplett kostenlos, da das Projekt anfänglich vom österreichischen Staat gefördert wurde. Spätestens beim Auslaufen dieser Förderung musste natürlich ein Business-Plan her. Durch die Einführung des Freemium Modells geht Auphonic nun einen wichtigen Schritt.

Preismodell und Reaktionen

Auphonic darf von nun an für 2 Stunden Audioproduktion kostenlos genutzt werden. Alles darüber hinaus kann entweder im monatlichen Abo für 0,69€-1€/Stunde Audio (Volumenabhängig) oder ohne Abo 1,09€-1,80€ /Stunde Audio (Volumenabhängig, verfällt nicht) plus Mehrwertsteuer dazugebucht werden. Im Detail können die Preise hier eingesehen werden.

Die ersten Reaktionen vielen gemischt aus

Manche freuen sich, Auphonic endlich finanziell unterstützen zu können, andere sorgen sich um zu hohe Kosten.

Rechenbeispiel & Konsequenzen

Angenommen ein Podcast veröffentlicht jede Woche einen ungefähr 2 Stunden langen Podcast. Um diesen durch Auphonic jagen zu können, müsste man also das Auphonic S Paket für 9€ + MwSt buchen. Finde ich persönlich einen Preis, mit dem man leben kann.

Die Umstellung auf das neue Freemium Modell war für meinen Geschmack jedoch deutlich zu kurzfristig, eine Ankündigung auf den nächsten Monat mit Nennung der Preise hätte auch gereicht. Vor allem hätte man so noch wertvolle Meinungen zur Preisgestaltung einsammeln können.

Einige Reaktionen zeigten ein Unverständnis für Podcaster, die das neue Preismodell für zu teuer hielten. So nach dem Motto, wenn man sich Mikrofone für hunderte von Euro kaufen kann, wird man ja auch wohl noch Geld für auphonic übrig haben.

Meiner Erfahrung nach sieht die Realität hier aber anders aus. Denn gerade die Podcaster, die sich diese Mikrofone nicht leisten können oder wollen, sind umso mehr auf auphonic angewiesen. Nerviges Rauschen, krasse Lautstärkeunterschiede bei Sprechern, all dies kann auphonic mittlerweile ganz gut handeln. Und wenn dies aufgrund der Kosten in Zukunft nicht mehr genutzt wird, steht der Hörer dieser Formate (ich !11!!11) mit nur schwer zu ertragendem Audio da.

Gerade Podcast-Anfänger rechnen sich wahrscheinlich ganz genau durch, was die Produktion eines Podcasts im Jahr kosten wird. Die Überlegung wird vielleicht bei einigen so oder ähnlich aussehen

50€ Mikrofon/Headset, 60€ Webhosting im Jahr. Dieses Auphonic soll ja gut sein… 108€ im Jahr? Ach, geht vielleicht auch ohne / habe ich leider nicht übrig.

Und dann gibt es noch so Spezialfälle. Ich habe zum Beispiel mal über 160 Stunden alte Podcastfolgen von auphonic optimieren lassen (Aufnahmen aus der Zeit, als es Auphonic noch nicht gab). Das würde jetzt vermutlich über 100€ kosten. So wie ich auphonic kenne, würden sie bei einer Anfrage sicherlich äußerst entgegenkommend sein, aber vielleicht lässt es der ein oder andere dann gleich bleiben.

Was ich eigentlich sagen will

Ich habe Angst, dass sich Podcasts wieder scheiße anhören werden. So wie früher.

Die Kostenloskultur geht mir auch richtig auf die Nerven. In Deutschland ist es besonders schlimm, oder?

Deswegen müsste ich mich in manchen Fällen nicht über auphonic, sondern über Podcaster (mit ausreichend Geld auf der Tasche) aufregen, die nicht bereit sind, für eine tolle Dienstleistung zu bezahlen. Aber die Preisbarriere wird leider dazu führen, dass weniger Podcaster auphonic nutzen und insgesamt die Qualität darunter leidet. Und es gibt sicherlich auch Einzelfälle, die sich tatsächlich das monatliche Abo nicht leisten können.

Was das beste Preismodell ist, weiß ich nicht.
Als Podcaster hätte ich mir ein Abomodell ohne Längenbegrenzung gewünscht. Ich mag die Vorstellung nicht, dass manche Podcaster in Zukunft bereits bei der Aufnahme das Auphonic Limit im Hinterkopf haben und dies die Länge des Formats beeinflusst.

Wie wäre es mit sowas wie: Wenn man nicht mehr als 250€ im Jahr mit einem Podcast verdient, kann man Auphonic für 7€ im Monat unbegrenzt nutzen.